weekly#23 It ain't over till the fat lady sings

Spannende Wahl in NZ

Am Wochenende wird gewählt - und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in Neuseeland, allerdings immer Samstags. An beiden Enden der Welt geht es darum, wie die Menschen zukünftig ihre Gesellschaft gestalten wollen.

 

Neuseeland steht vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen, die der Besucher-Boom mit sich bringt. Steigende Einnahmen durch den Tourismus und ein unglaublich gutes Image als Reiseland haben auch ihre Schattenseiten: eine überlastete Infrastruktur, verstopfte Wanderwege oder komplett ausgebuchte Ferienorte.

 

Nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber langfristig noch wichtiger sind die zunehmende Umweltverschmutzung durch eine intensive Agrarwirtschaft, die Bedrohung einheimischer Tier- und Pflanzenarten oder die dringend notwendige Umgestaltung des Niedriglohnsektors im Dienstleistungsbereich.

Die NZZ hat dies schön auf den Punkt gebracht: Auf einmal wurde es spannend. Bis Anfang August sah es danach aus, dass Premierminister Bill English, der den Posten vor neun Monaten geerbt hatte, der Sieg in den Schoss fallen würde. Nun fand sich seine National Party in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der oppositionellen Labour. 

 

Das politische Erdbeben hat einen Namen: Jacinda Ardern. Am 1. August hat die Partei die 37-jährige einstimmig zur ihrer Chefin gewählt. Angesichts der miserablen Umfragewerte war dies eine Verzweiflungstat. 

 

Bis jetzt ist die Rechnung voll aufgegangen: Die Umfragewerte von Labour sind nach oben geschnellt. Ihr breites Lachen wirkt natürlich, etwas, was ihrem Gegenspieler English weit weniger gelingt. Sie hat eine ungezwungene Art, auf Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören. Man nimmt Ardern ab, dass ihr die Themen, die sie anspricht, persönlich wirklich wichtig sind.

Der politische Gegner reibt sich ob dem plötzlichen Höhenflug der Oppositionspartei ebenso die Augen wie das Labour-Establishment. Denn programmatisch hat sich mit Ardern wenig geändert. Labour wirft der Regierung vor, zu wenig gegen die rasant ansteigenden Immobilienpreise in Auckland zu tun. Vor allem jüngere Bürger in einfacheren Berufen können sich immer seltener ein Haus oder eine Wohnung leisten.

 

In der Debatte gestand Ardern ein, dass sich die Wirtschaft unter English und seinem langjährigen Vorgänger John Key gut entwickelt habe. Sie kritisiert aber, dass die Verteilung dieses Wachstums wenig gerecht sei. Aber leider hat es am Ende nicht gereicht.

It ain't over till the fat lady sings

NZ hat das Wahlsystem mit der Zweitstimme von Deutschland übernommen, aber hier wird alle drei Jahre gewählt. Das Rennen ist jetzt - zwei Stunden nach Schließen der Wahllokale um 19 Uhr, nicht so knapp zwischen National (wie CDU) und Labour (SPD), wie angenommen. Die (ziemlich zerstrittene) Maori Partei fällt der 5% Hürde zum Opfer. Das Zünglein an der Waage für die Regierungsbildung spielt jetzt New Zealand First (rechte Liberale). Das Spiel kennen wir doch, oder?

 

Es gibt hier den Spruch "It ain't over till the fat lady sings". Hier das vorläufige Ergebnis:


In NZ beginnt jetzt die Sommerzeit (Daytime)

Im Moment haben wir noch die Pacific/Auckland New Zealand Standard Time (NZST). 2 Uhr am hiesigen Sonntag Morgen wird die Zeit um eine Stunde vorgestellt, es ist dann Sommerzeit oder besser New Zealand Daylight Time (NZDT). In NZ ist man gegenüber Deutschland dann 11 (statt 10) Stunden voraus.


Oh, wie schön, langsam wird es frühlingshaft

And now the weather forecast for the next 3 days: 

 

Saturday: Fine with southwesterlies. 

 

Sunday: Fine spells with isolated afternoon and evening showers. Westerlies.

 

Monday: Sunny spells by day, cloud increasing and scattered rain developing at night. Northwesterlies.

Ernie bereitet Bilder zum Rahmen vor ... und freut sich


Landschaft am Morgen, am Abend und bei Regen


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