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weekly#33 Ich bin ein puzzelnder Schwamm

Der Flug war ruhig und problemlos, das Gepäck ist heil geblieben und ich bin wieder in Kempen. Das Reisen an sich ist so schnell und komfortabel. Aber ich bin noch unterwegs. Ich fühle mich wie ein Puzzle, sehr viele Teile von mir sind anderswo, bleiben dort, kommen später oder nie an. Ich höre gerade das Meer rauschen und die Sonne scheint auf meine Haut. Ich bin ein Schwamm, ein riesiger Schwamm, gefüllt mit Eindrücken, Bildern, Begegnungen und Menschen. Ich bin ein puzzelnder Schwamm, der stetig beobachtet, langsam aufsaugt und sich nach und nach zusammensetzt. Immer wieder neu, langsam und anders.


Momente

Ich gehe mit offenen Augen und geschärften Sinnen meinen vielleicht zufälligen Weg. Ich möchte wach und bewußt sein und die (nicht immer) schönen Momente voll genießen, auf mich wirken lassen und einsaugen. Ich lasse mich nicht nerven, wende mich ab vom Wahnsinn dieser verrückten Zeit. Habe ich etwas verpasst, als ich 3 Monate weg war? Ich vertraue darauf, dass ich immer wieder Begegnungen habe, Menschen treffe, die mir positive Energie geben und denen ich Impulse geben kann.

 

Menschen

Ich habe Zeit und lasse mich treiben. Während dieser langen Reise habe ich auch bemerkenswerte Menschen kennengelernt. Und diese Freundschaften sind mir wichtig, es sind tolle Gespräche, weil sie mir andere Sichtweisen offenbaren, sie bringen mich auf neue Gedanken und machen mir sogar Mut. Ich war mir nicht bewusst, dass ich durch meine (neue) Offenheit, mein Reisen, die Fotografie und positive Einstellung, Impulse an zunächst "Fremde" ausstrahle und die es mir spiegeln. Ja, ich habe mich verändert, das merke ich langsam. Meine Freundin Sheryl aus Wellington hat es in einem persönlichen Brief so formuliert: "He dares to challenge himself. He is a free spirit. He is surprised by life. He is caring and speaks kindly about people. He sees beauty and uniqueness everywhere he looks." Auch euer Echo aus der Heimat, die persönlichen Mails, Kommentare und vielen Likes auf Facebook & Co. machen mich wirklich glücklich und geben mir Mut. 

Mut

Mehr verweilen, mehr sehen, mehr offenbaren, Gefühle zeigen und ausleben ... mutig sein, einfach machen, ins kalte Wasser springen. Klar, erst ist es scheissekalt und man muss sich überwinden, die kritische Grenze meistern und dann einfach eintauchen und losschwimmen. Schwimmen verlernt man nicht, treiben lassen und vertrauen. Wenn du wieder aus dem Wasser kommst, dann ist es spürbar wärmer, als zuvor. Schliesse die Augen und spüre dich selber.